Offener Brief an HEV – gemeinsam gegen Missbräuche

Mieterverband und HEV gemeinsam gegen Immo-Haie?
Aufgrund verschiedener Rückmeldungen von Vermietern und auch seitens des HEV, lädt der MV Zürich den HEV an den runden Tisch, um gemeinsam einen Kriterien-Katalog für faire Vermieter auszuarbeiten.

Heute Morgen (21.11.2012) erreichte den Direktor des Zürcher HEV folgendes Schreiben:

Zürich, 21. November 2012
Offener Brief: Runder Tisch für faire Verhältnisse auf dem Mietwohnungsmarkt

Sehr geehrter Herr Leiser,

Im Tagesanzeiger vom 12. November hat sich der Präsident des HEV Kanton Zürich wie folgt gegen Abzocker ausgesprochen:

„Natürlich gibt es schwarze Schafe; das stört mich selber wahnsinnig. Wenn ich höre, dass jemand überrissene Mieten verlangt, mache ich mich bemerkbar.“

Der HEV-Präsident ist nicht der Einzige, den die Abzockerei auf dem Wohnungsmarkt stört. Viele Hauseigentümer haben sich in den letzten Wochen an den MV gewandt, weil sie nicht als Immo-Haie wahrgenommen werden wollen. Sie würden Mietreduktionen stets ungefragt weiter geben, seien transparent und pflegten ein gutes Verhältnis zu den Mieterinnen und Mietern.

Nichts freut den MV Zürich mehr, als dies zu hören. Deshalb bitten wir den HEV an den runden Tisch, um gemeinsam eine Sensibilisierungs-Kampagne gegen die schwarzen Schafe auf dem Wohnungsmarkt zu lancieren.

Wir schlagen konkret die Lancierung eines gemeinsamen Labels “fairer Vermieter” und des dazugehörenden Kriterienkatalogs vor. Aus Sicht des MV verlangen faire Vermieter keine überrissenen Anfangsmieten, geben Mietzinssenkungen ungefragt weiter und verzichten während der Miete und bei Sanierungen auf sogenannte Renditekündigungen.

Als Sofortmassnahme schlagen wir dem HEV zudem vor, gemeinsam bei der Verwaltung von Herr Charles Tanner zu intervenieren, der im Sommer 2012 nach über 40 Jahren die Kündigung erhalten hat, weil der Eigentümer die Wohnung in ein Business-Appartement umwandeln will.

Der MV Zürich würde sich freuen, gemeinsam mit Ihnen für faire Verhältnisse auf dem Wohnungsmarkt auftreten zu können. Wir freuen uns auf Ihre Kontaktnahme.

Mit freundlichen Grüssen

Mieterinnen- und Mieterverband Zürich
Felicitas Huggenberger, Geschäftsleiterin

cc: Hans Egloff, Präsident HEV Kanton Zürich

Von den Sorgen eines HEV-Präsidenten

„Natürlich gibt es schwarze Schafe. Das stört mich selber wahnsinnig.“ Sagt Hauseigentümer-Präsident Hans Egloff heute im Tages-Anzeiger. Die schwarzen Schafe, von denen Egloff spricht, sind zahlreich – vor allem aber recht gross:

 > Die Beamtenversicherungskasse beispielsweise, die ihre Mieten in Winterthur von 2008 bis 2012 um 45 Prozent erhöht.

> Oder die Wincasa, die gerade eben in einem aussergerichtlichen Vergleich eine Anfangsmieterhöhung in Oerlikon zurücknehmen musste.

> Oder die Immobilienverwaltung der Coop, die in ihrer Siedlung im Letzipark in Zürich im Sommer 2012 noch Mietverträge mit dem Hinweis abgeschlossen hat, dass demnächst ein Umbau anstehe und die neuen Mieter keine Entschädigung wegen den Baubelästigungen erhalten würden: Inzwischen ist allen Mietern gekündigt worden.

> Oder die kantonale Liegenschaftsverwaltung Kantag, die Mietzins-Senkungen mit dem Argument blockiert, einem Nachmieter würde die Wohnung 30 und mehr Prozent teurer vermietet.

Alles schwarze Schafe, die Hans Egloff „wahnsinnig stören“, von denen er sich aber gerne als HEV-Präsident wiederwählen lässt.

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Bewährtes Formular: Einfach, schnell & transparent

Dieses Formular hat in Zug für Transparenz gesorgt. Aber die Bautätigkeit hat es nicht gebremst und wird sie auch in Zürich nicht bremsen. Dieses Argument der Formular-Gegner ist aus der Luft gegriffen, da die Wirkung offensichtilch erkannt wird: Mit Formular überlegt es sich eine Vemierterin gut, wie stark sie den Mietzins ehöhnen will und wie sie das begründet. Mit dem Formular traut sich kaum eine Verwaltung, den Anfangsmietzins unbegründet in missbräuchliche Höhen zu treiben.

Wenn Sie am 25. November 2 x JA für mehr Mieterschutz stimmen, wird die bewährte Formularpflicht auch im Kanton Zürich wieder gültig und Sie erhalten beim nächsten Wohnungswechsel mit dem Mietvertrag eine Mitteilung über die Anpassung des Anfangsmietzinses sowie Informationen zu Ihren Rechten. Einfach, schnell und transparent. Mit diesem Forumlar zeigt die Vemieterin dem Nachmieter, dass sie für Transparenz und einen guten Start ins neue Mietverhältnis ist. So bleibt der Mieterfrieden tatsächlich gewahrt.

Hier sehen Sie alle Kantone, welche die Formularpflicht bereits gesetzlich verankert haben und uns einen Schritt in Sachen transparente Mieten voraus sind:

(Un-)glückliche Mieter – der kleine Unterschied

Kommentar zu TA-Artikel unten:
Der Hauseigentümerverband hat mit einer Umfrage zu ermitteln versucht, ob es mehr Mieterschutz braucht. Fazit der Umfrage: „Nur“ 12 Prozent der Mieter „halten ihre Miete für zu hoch“ (TA, 27.10.12). Deshalb, so der HEV, sei alles gut, so wie es ist. Der Denkfehler der Umfrage: Sie unterscheidet nicht zwischen den (glücklichen) Mieterinnen und Mietern, die seit Jahren in ihrer Wohnung leben, und den Unglücklichen, die seit Beginn der letzten Miet-Explosion wegen Kündigungen, Nachwuchs, Studium oder Stellenwechsel eine neue Wohnung brauchten. Erstere profitieren vom sinkenden Referenzzins und dem bereits bestehenden Mieterschutz. Sie zahlen seit Jahren die gleiche Miete oder sogar weniger. Aber die letztere Gruppe hat mit Mietzinsbelastungen von 30 Prozent und mehr zu kämpfen. Deshalb will der Mieterverband mit der Initiative „Rechtsschutz für alle“ die Rechte der von Kündigungen betroffenen Mieterinnen und Mietern stärken. Die Initiative „Transparente Mieten“ wirkt vorbeugend gegen die massiven Aufschläge bei der Weitervermietung von Wohnungen.

Artikel im Tagi vom 27. Oktober

Goldgräberstimmung: Wohnungen zu Hotelpreisen

Das Geschäftsmodell möblierte Wohnungen zu Hotelpreisen anzubieten floriert. Wie der Beitrag von Schweiz Aktuell zeigt, werden derzeit hunderte luxuriöse Kleinwohnungen gebaut und damit kräftig abgesahnt; da kostet ein einzelnes Zimmer bereits 1’800 Fr. und eine 2,5-Zimmer-Wohnung möbliert kostet zwischen 3’700 und 5’500 Franken.

Angepeilt werden Geschäftsleute, die für ein paar Monate in Zürich bleiben.

Das Problem dabei: Durch die Orientierung an den Hotelpreisen werden die ohnehin schon teuren Wohnungen in Zürich weiter in die Höhe getrieben. Die Stadt zählt diese Sonderform als “Wohn-Anteil” obschon diese Art des logierens herzlich wenig mit wohnen oder gar leben zu tun hat. Bei der vorherrschenden Wohnungsnot in der Stadt Zürich ist es stossend, dass solche, nur schlecht ausgelasteten Bauten in der Innenstadt überhaupt bewirtschaftet werden dürfen.

Der Link zur Sendung
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