Von den Sorgen eines HEV-Präsidenten

„Natürlich gibt es schwarze Schafe. Das stört mich selber wahnsinnig.“ Sagt Hauseigentümer-Präsident Hans Egloff heute im Tages-Anzeiger. Die schwarzen Schafe, von denen Egloff spricht, sind zahlreich – vor allem aber recht gross:

 > Die Beamtenversicherungskasse beispielsweise, die ihre Mieten in Winterthur von 2008 bis 2012 um 45 Prozent erhöht.

> Oder die Wincasa, die gerade eben in einem aussergerichtlichen Vergleich eine Anfangsmieterhöhung in Oerlikon zurücknehmen musste.

> Oder die Immobilienverwaltung der Coop, die in ihrer Siedlung im Letzipark in Zürich im Sommer 2012 noch Mietverträge mit dem Hinweis abgeschlossen hat, dass demnächst ein Umbau anstehe und die neuen Mieter keine Entschädigung wegen den Baubelästigungen erhalten würden: Inzwischen ist allen Mietern gekündigt worden.

> Oder die kantonale Liegenschaftsverwaltung Kantag, die Mietzins-Senkungen mit dem Argument blockiert, einem Nachmieter würde die Wohnung 30 und mehr Prozent teurer vermietet.

Alles schwarze Schafe, die Hans Egloff „wahnsinnig stören“, von denen er sich aber gerne als HEV-Präsident wiederwählen lässt.

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Bewährtes Formular: Einfach, schnell & transparent

Dieses Formular hat in Zug für Transparenz gesorgt. Aber die Bautätigkeit hat es nicht gebremst und wird sie auch in Zürich nicht bremsen. Dieses Argument der Formular-Gegner ist aus der Luft gegriffen, da die Wirkung offensichtilch erkannt wird: Mit Formular überlegt es sich eine Vemierterin gut, wie stark sie den Mietzins ehöhnen will und wie sie das begründet. Mit dem Formular traut sich kaum eine Verwaltung, den Anfangsmietzins unbegründet in missbräuchliche Höhen zu treiben.

Wenn Sie am 25. November 2 x JA für mehr Mieterschutz stimmen, wird die bewährte Formularpflicht auch im Kanton Zürich wieder gültig und Sie erhalten beim nächsten Wohnungswechsel mit dem Mietvertrag eine Mitteilung über die Anpassung des Anfangsmietzinses sowie Informationen zu Ihren Rechten. Einfach, schnell und transparent. Mit diesem Forumlar zeigt die Vemieterin dem Nachmieter, dass sie für Transparenz und einen guten Start ins neue Mietverhältnis ist. So bleibt der Mieterfrieden tatsächlich gewahrt.

Hier sehen Sie alle Kantone, welche die Formularpflicht bereits gesetzlich verankert haben und uns einen Schritt in Sachen transparente Mieten voraus sind:

Schlichtungsbehörden: Es geht also auch anders

Berichtigung: Entgegen den Zahlen des Bundesamt für Wohnungswesen (BWO) gibt es auch im Kanton Zürich Schlichtungsbehörden, die die neue Zivilprozessordnung (ZPO) konstruktiv anwenden. In einzelnen Bezirken gibt es sogar mehr Urteilsvorschläge, als die vom BWO  veröffentlichten Zahlen suggerieren. Dies ergab eine Recherche des MV Zürich. Vor allem bei Kündigungen ist das für Mieterinnen und Mieter ein Segen: Dank einem Urteilsvorschlag kommen Mieter so zu einer angemessenen Erstreckung, damit sie etwas mehr Zeit für die Suche einer neuen Wohnung haben, auch wenn der Vermieter bei den Vergleichsverhandlungen auf stur stellt. Durch den Urteilsvorschlag werden sie auch nicht ‘gezwungen’, den teuren Gang vors Mietgericht antreten zu müssen.

Wichtiger Tipp: In der Schlichtungsverhandlung sollten Mieterinnen und Mieter darauf bestehen, dass die Behörde nötigenfalls einen Urteilsvorschlag macht. Im Verhandlungs-Coaching beim MV Zürich erklären Ihnen Fachleute, wie das geht.

Praktisch keine Urteilsvorschläge mehr

Schlichtungsbehörden sparen auf Kosten der Mieter: Die Schlichtungsbehörden im Kanton Zürich lassen die Mieterinnen und Mieter öfters im Regen stehen. Dies belegen jetzt sogar die Zahlen des Bundes.

Wenn es in der Schlichtung in nicht zu einer Einigung kommt, werden sie direkt auf den teuren Weg des Mietgerichtes geschickt. Die von der neuen Zivilprozessordnung (ZPO) als Alternative vorgesehenen Urteilsvorschläge werden praktisch nie ausgestellt. Das belegen die Zahlen des Bundes über die Tätigkeit der Schlichtungsbehörden*.

Gerechtigkeit braucht Zeit und Geld

Schweizweit haben die Schlichtungsbehörden seit Einführung der ZPO im letzten Jahr 2681 Urteilsvorschläge ausgefertigt. Gerade mal drei davon stammen aus dem bevölkerungsreichen Kanton Zürich. Das sollte zu denken geben. Wenn die Parteien sich in der Schlichtungs- Verhandlung nicht auf einen Vergleich einigen, werden sie in 92 Prozent der Zürcher Fälle, anstelle eines Urteilsvorschlags, direkt ans Mietgericht weiter geleitet.

Es ginge auch anders
In Basel erhalten 40 Prozent einen Urteilsvorschlag, in Bern 50 Prozent und in der Waadt sogar 64 Prozent. Für die Zürcher Mieter ist das fatal. Bei Kündigungen und Mietzinssenkungen müssen sie in der Schlichtung das gnädige Angebot der Vermieter schlucken, wenn sie nicht mit völlig leeren Händen aus der Verhandlung gehen wollen. Und falls ein Einigungsvorschlag vom Mieter angenommen wird, sich der Vermieter aber sperrt, dann ist der Mieter praktisch gezwungen, den Fall ans kostenpflichtige Mietgericht weiter zu ziehen. Aber diesen Weg zum Gericht kann sich nur leisten, wer eine Rechtsschutzversicherung. Diese Tatsache bestätigt den Druck auf die schwächere Partei.

Warum nützen die Schlichtungsbehörden gerade im Kanton Zürich ihren Spielraum nicht besser aus? „Weil sie unter Kostendruck stehen und den zusätzlichen Aufwand scheuen.“ So das Fazit von Felicitas Huggenberger, Geschäftsleiterin des MV Zürich.

Quelle: BWO – Bundesamt für Wohnungswesen
Artikel: Die Tätigkeit der paritätischen Schlichtungsbehörden in Miet- und Pachtangelegenheiten)

(Un-)glückliche Mieter – der kleine Unterschied

Kommentar zu TA-Artikel unten:
Der Hauseigentümerverband hat mit einer Umfrage zu ermitteln versucht, ob es mehr Mieterschutz braucht. Fazit der Umfrage: „Nur“ 12 Prozent der Mieter „halten ihre Miete für zu hoch“ (TA, 27.10.12). Deshalb, so der HEV, sei alles gut, so wie es ist. Der Denkfehler der Umfrage: Sie unterscheidet nicht zwischen den (glücklichen) Mieterinnen und Mietern, die seit Jahren in ihrer Wohnung leben, und den Unglücklichen, die seit Beginn der letzten Miet-Explosion wegen Kündigungen, Nachwuchs, Studium oder Stellenwechsel eine neue Wohnung brauchten. Erstere profitieren vom sinkenden Referenzzins und dem bereits bestehenden Mieterschutz. Sie zahlen seit Jahren die gleiche Miete oder sogar weniger. Aber die letztere Gruppe hat mit Mietzinsbelastungen von 30 Prozent und mehr zu kämpfen. Deshalb will der Mieterverband mit der Initiative „Rechtsschutz für alle“ die Rechte der von Kündigungen betroffenen Mieterinnen und Mietern stärken. Die Initiative „Transparente Mieten“ wirkt vorbeugend gegen die massiven Aufschläge bei der Weitervermietung von Wohnungen.

Artikel im Tagi vom 27. Oktober

Doppeltes JA von Jositsch & Co. an der Medienkonferenz

Am Mittwoch 24. Oktober hat der MV Zürich in der alten Sihlpost die Medienkonferenz zur Abstimmung am 25. November durchgeführt. Die Nationalräte Daniel Jositsch und Balthasar Glättli sowie Kantonsrätin Catherine Heuberger und die beiden Vertreter/-innen des MV – Urs Bosshard (Präsident) und Felicitas Huggenberger (Geschäftsleiterin) – warben für das doppelte JA.

Mieterinnen und Mieter müssten in der Lage sein, ihre Rechte angemessen zu verteidigen, sagte Daniel Jositsch. “In der heutigen Zeit, in der Wohnungen knapp sind, sind die Mieterinnen und Mieter in einer Position der Schwäche. Es braucht also Kompensationsmechanismen, sonst setzt sich das Recht des Stärkeren durch.”

An der Medienkonferenz trat auch zum ersten Mal der Immo-Hai in Erscheinung. Diesen will der MV mit seinen Mieterschutz-Initiativen an die Leine nehmen.  >> Bildergalerie zur Konferenz

Goldgräberstimmung: Wohnungen zu Hotelpreisen

Das Geschäftsmodell möblierte Wohnungen zu Hotelpreisen anzubieten floriert. Wie der Beitrag von Schweiz Aktuell zeigt, werden derzeit hunderte luxuriöse Kleinwohnungen gebaut und damit kräftig abgesahnt; da kostet ein einzelnes Zimmer bereits 1’800 Fr. und eine 2,5-Zimmer-Wohnung möbliert kostet zwischen 3’700 und 5’500 Franken.

Angepeilt werden Geschäftsleute, die für ein paar Monate in Zürich bleiben.

Das Problem dabei: Durch die Orientierung an den Hotelpreisen werden die ohnehin schon teuren Wohnungen in Zürich weiter in die Höhe getrieben. Die Stadt zählt diese Sonderform als “Wohn-Anteil” obschon diese Art des logierens herzlich wenig mit wohnen oder gar leben zu tun hat. Bei der vorherrschenden Wohnungsnot in der Stadt Zürich ist es stossend, dass solche, nur schlecht ausgelasteten Bauten in der Innenstadt überhaupt bewirtschaftet werden dürfen.

Der Link zur Sendung
videoportal.sf.tv/video

Zynisch: Zürcher Wirtschaftsamtschef will Zuwanderung mit höheren Mietpreisen bekämpfen

Der Chef des Amts für Wirtschaft und Abgaben des Kantons Zürich will als Antwort auf die Zuwanderung Marktmechanismen auf dem Wohnungsmarkt spielen lassen und “über Kostenwahrheit eine Übernutzung zu verhindern”.
Bruno Sauter sagte am 14. September an der Medienkonferenz der Volkswirtschaftsdirektion zu den Auswirkungen der Zuwanderung auf den Zürcher Arbeits- und Wohnungsmarkt, dass man mit einer Verteuerung der Mietpreise die Zuwanderung bekämpfen könne. Mehr Mieterschutz findet er des Teufels. Die vom Kanton veröffentlichte Studie von Corinna Heye und Michael Hermann (Auswirkungen der Zuwanderung im Kanton Zürich auf den Wohnungsmarkt) kommt zu eine anderen Schluss: Nur dank dem bestehenden Mieterschutz sind (Schweizer) Mieterinnen und Mieter, die keine neue Wohnung suchen müssen, vor der Miet-Explosion geschützt.
Hier die Medienmitteilung im Original