(Un-)glückliche Mieter – der kleine Unterschied

Kommentar zu TA-Artikel unten:
Der Hauseigentümerverband hat mit einer Umfrage zu ermitteln versucht, ob es mehr Mieterschutz braucht. Fazit der Umfrage: „Nur“ 12 Prozent der Mieter „halten ihre Miete für zu hoch“ (TA, 27.10.12). Deshalb, so der HEV, sei alles gut, so wie es ist. Der Denkfehler der Umfrage: Sie unterscheidet nicht zwischen den (glücklichen) Mieterinnen und Mietern, die seit Jahren in ihrer Wohnung leben, und den Unglücklichen, die seit Beginn der letzten Miet-Explosion wegen Kündigungen, Nachwuchs, Studium oder Stellenwechsel eine neue Wohnung brauchten. Erstere profitieren vom sinkenden Referenzzins und dem bereits bestehenden Mieterschutz. Sie zahlen seit Jahren die gleiche Miete oder sogar weniger. Aber die letztere Gruppe hat mit Mietzinsbelastungen von 30 Prozent und mehr zu kämpfen. Deshalb will der Mieterverband mit der Initiative „Rechtsschutz für alle“ die Rechte der von Kündigungen betroffenen Mieterinnen und Mietern stärken. Die Initiative „Transparente Mieten“ wirkt vorbeugend gegen die massiven Aufschläge bei der Weitervermietung von Wohnungen.

Artikel im Tagi vom 27. Oktober

Doppeltes JA von Jositsch & Co. an der Medienkonferenz

Am Mittwoch 24. Oktober hat der MV Zürich in der alten Sihlpost die Medienkonferenz zur Abstimmung am 25. November durchgeführt. Die Nationalräte Daniel Jositsch und Balthasar Glättli sowie Kantonsrätin Catherine Heuberger und die beiden Vertreter/-innen des MV – Urs Bosshard (Präsident) und Felicitas Huggenberger (Geschäftsleiterin) – warben für das doppelte JA.

Mieterinnen und Mieter müssten in der Lage sein, ihre Rechte angemessen zu verteidigen, sagte Daniel Jositsch. “In der heutigen Zeit, in der Wohnungen knapp sind, sind die Mieterinnen und Mieter in einer Position der Schwäche. Es braucht also Kompensationsmechanismen, sonst setzt sich das Recht des Stärkeren durch.”

An der Medienkonferenz trat auch zum ersten Mal der Immo-Hai in Erscheinung. Diesen will der MV mit seinen Mieterschutz-Initiativen an die Leine nehmen.  >> Bildergalerie zur Konferenz

Goldgräberstimmung: Wohnungen zu Hotelpreisen

Das Geschäftsmodell möblierte Wohnungen zu Hotelpreisen anzubieten floriert. Wie der Beitrag von Schweiz Aktuell zeigt, werden derzeit hunderte luxuriöse Kleinwohnungen gebaut und damit kräftig abgesahnt; da kostet ein einzelnes Zimmer bereits 1’800 Fr. und eine 2,5-Zimmer-Wohnung möbliert kostet zwischen 3’700 und 5’500 Franken.

Angepeilt werden Geschäftsleute, die für ein paar Monate in Zürich bleiben.

Das Problem dabei: Durch die Orientierung an den Hotelpreisen werden die ohnehin schon teuren Wohnungen in Zürich weiter in die Höhe getrieben. Die Stadt zählt diese Sonderform als “Wohn-Anteil” obschon diese Art des logierens herzlich wenig mit wohnen oder gar leben zu tun hat. Bei der vorherrschenden Wohnungsnot in der Stadt Zürich ist es stossend, dass solche, nur schlecht ausgelasteten Bauten in der Innenstadt überhaupt bewirtschaftet werden dürfen.

Der Link zur Sendung
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