Erfolgreicher Kampagnenstart

Es ist wahrlich eine Schweizer Premiere, sich mithilfe von Crowdfunding, online Inserate und Werbeplakaten eine Kampagne zu finanzieren. Dies ist dann möglich, wenn man eine starke Crowd und loyale Supporter im Rücken hat. Auf der Plattform www.beiss-den-hai.ch haben nach einem Tag bereits über 30 Menschen, Mieterinnen und Mieter, dem MV ihre Unterstützung zugesagt. Mit Geldspende und ihrem Gesicht. Die geplanten Streifen-Inserate, auf denen auch Prominente mit ihrem Konterfrei für ein 2 x JA werben können, sind sogar bereits vollständig finanziert (mit 212%, heute Freitagabend). Habt alle herzlichen Dank!

Spendet jetzt kräftig weiter und verfolgt mit, was auf unserem Blog zur Kampagne läuft. Bitte nie vergessen: Je mehr kleine Fische, desto grösser der Schwarm für mehr Mieterschutz am 25. November.

Dazu schon ein Bericht vom Tagesanzeiger 25. Sept. 2012

Zürcher Gerichte hebeln den Mieterschutz aus

Wegen den hohen Kostenvorschüssen ist die Zahl der am Mietgericht eingereichten Verfahren bereits im Jahr 2011 um einen Viertel zurückgegangen. Die mit der neuen Zivilprozessordnung eingeführte “Pflicht zur Kautionierung wirkt sich prozesshemmend aus“, schreibt das Obergericht in seinem Geschäftsbericht. Und der Tages-Anzeiger präzisiert:  “Schon wer zum Beispiel vor Gericht eine relativ geringe Mietzinssenkung fordert, muss im Kanton Zürich mit einem Kostenvorschuss von ein paar Tausend Franken rechnen. Der eigene Anwalt ist damit noch nicht bezahlt. Dass unter diesen Bedingungen manch einer vor dem Gang ans Gericht zurückschreckt, liegt auf der Hand.”

Artikel Tagesanzeiger -2012-09-17

Zynisch: Zürcher Wirtschaftsamtschef will Zuwanderung mit höheren Mietpreisen bekämpfen

Der Chef des Amts für Wirtschaft und Abgaben des Kantons Zürich will als Antwort auf die Zuwanderung Marktmechanismen auf dem Wohnungsmarkt spielen lassen und “über Kostenwahrheit eine Übernutzung zu verhindern”.
Bruno Sauter sagte am 14. September an der Medienkonferenz der Volkswirtschaftsdirektion zu den Auswirkungen der Zuwanderung auf den Zürcher Arbeits- und Wohnungsmarkt, dass man mit einer Verteuerung der Mietpreise die Zuwanderung bekämpfen könne. Mehr Mieterschutz findet er des Teufels. Die vom Kanton veröffentlichte Studie von Corinna Heye und Michael Hermann (Auswirkungen der Zuwanderung im Kanton Zürich auf den Wohnungsmarkt) kommt zu eine anderen Schluss: Nur dank dem bestehenden Mieterschutz sind (Schweizer) Mieterinnen und Mieter, die keine neue Wohnung suchen müssen, vor der Miet-Explosion geschützt.
Hier die Medienmitteilung im Original

 

Neue Zivilprozessordung brachte Nachteile für Mieter

Mit der 2011 vom Bund eingeführten Zivilprozessordnung (ZPO) ist der Rechtsschutz im Kanton Zürich massiv verschlechtert worden. Der Weg zum Mietgericht wird neuerdings auch durch hohe Kostenvorschüsse versperrt. Wer eine Mietzinssenkung durchsetzen will, muss beim Gericht bis zu 5’000 Franken deponieren. Wer nach einer Kündigung mehr Zeit für die Wohnungssuche braucht, zahlt bis zu 15’000 Franken.

Solche Beträge sprengen das Budget vieler Mieterinnen und Mieter. Weil der Rechtsweg versperrt ist, können Vermieter ihre Forderungen in den Schlichtungsverhandlungen immer besser durchsetzen. Darum muss das Mietgericht wieder gebührenfrei werden. So wie es beim Arbeitsgericht schon lange üblich ist.